Es war einmal ein Landtagspräsident, der Politiker und Brückenbauer sein konnte und es auch wollte. Er hatte zwei besondere Eigenschaften: Leicht hatte er es deshalb in seiner politischen Umgebung nicht.
Als Vertreter einer vom Aussterben bedrohten Art: ein „zoon politikon“ nach Aristoteles „der Mensch als soziales, Gemeinschaft bildendes Lebewesen“ wollte er
Als Vertreter einer vom Aussterben bedrohten Art: ein „zoon politikon“ nach Aristoteles „der Mensch als soziales, Gemeinschaft bildendes Lebewesen“ wollte er
1. einen Landtag, der zuvorderst auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein sollte. Vom Ideal nicht abzulassen, ist auch ein Merkmal der auf Gemeinschaft angelegten Wesen. Volksvertretung nicht als Geldquelle zu betrachten, ist eine logische Folge. Die gute Bezahlung der Politiker war im Ansatz klug, weil es die Volksvertreter gegen korrupte Angebote immunisiert hat. Jetzt ist es aber zur Überdosis verkommen. Und
2. er hat als "zoon politikon" die Fähigkeit entwickelt, Gemeinsames über Trennendes und den Gemeinnutz im Brennpunkt seiner Arbeit zu sehen. Wenn Politiker Jahrzehnte gewohnt waren, für sich und seine Gruppe Vorteile durch Polarisierung herauszuschinden, gerät jemand wie er rasch in deren Augen in den Ruf eines Träumers. Daß das bisherige System des Drängens um den Futtertrog, des Trennens und des Verhinderns gescheitert ist, haben viele seiner Kollegen des engeren Kreises und der der Lobbyisten zwischen den Brettern der engen Sicht noch nicht verstanden.
Er mußte das Handtuch aus formalen Spitzfindigkeiten werfen. Doch das warfür seine Gegner ein Pyrrhus-Sieg: Denn die Ideen des Landtagspräsidenten haben immer noch die einmalige Qualität der Zukunftsfähigkeit, die vielen anderen seiner Klasse inzwischen verloren gegangen ist.



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