Mittwoch, 17. November 2010

Der Überbegriff Europa

Der Überbegriff Europa
Europa ist als Überbegriff glücklicherweise unbestritten. Der historisch unselige Nationalbegriff des Deutschtums und der folgende krampfhafte Versuch des Mutterlandes, die deutsche Volkszugehörigkeit ins Abseits zu stellen und die zunehmende Bedeutung der Europaregionen können das Problem lösen helfen.
 
Werden erst einmal die emotional aufgeheizten Begriffe der Nationalstaaten hinfällig und deren Machtanspruch bedeutungslos, haben es Österreicher und Südtiroler mit Ihrer Identität leichter.

ein Beispiel >
Kärnten, Veneto und Friaul bildeten Euregio "senza confini", so lautet der offizielle Name der Euregio, die von Kärnten sowie den oberitalienischen Regionen Veneto und Friaul-Julisch Venetien aus der Taufe gehoben wurde.

Versickerte Kooperationsbestrebungen (Südtirol / Österreich)

Versickerte Kooperationsbestrebungen
In den wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Mutterland ist das Gebergefühl lang noch hängengeblieben. In den Augen Österreichs wird Südtirol immer noch als Hilfeempfänger gesehen, und man ist dort selten oder fast nie auf die Idee gekommen, eine

Partnerschaft auf Augenhöhe einzugehen. Einige Ideen aus Südtirol zu Gemeinschaftsprojekten mit dem Mutterland, z.B. in der Informationstechnik, sind bisher immer im Frühstadium verdorrt.

Beitragen ist „in“

Beitragen ist „in“
Der Ausweg führt über den sanften Wandel zu den alten Werten in der neuen Welt, den wir beobachten können: zur Selbstverantwortung mündiger Bürger und der sozialen Verantwortung des Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft. Die Strukturen für das Gemeinschaftsleben sind ja, wie beschrieben, in Südtirol vorbildlich gelöst.
Darüber hinaus müßte man den Bürgern mehr Freiheit und persönliche Autonomie zugestehen, wie man sie denn auch nachdrücklich vom Stiefvater einklagt, und sich mitunter an den Rockzipfel der Mutter klammert, wenn der die Rute ins Fenster stellt. Und immer stärker spürt man, daß „Herausholen“ nicht mehr bewundert wird, sondern der Beitrag des Einzelnen zur Gemeinschaft als ein höherer Wert wichtiger wird.

Die „Ich- Ag“ (Südtirol und Umgebung)

Die „Ich- Ag“
ist das Synonym für den verantwortungslosen Umgang mit den materiellen Werten der Gemeinschaft. Daraus sind ganze Lobbies und daraus wieder die Konturen eines Ständestaates entstanden. Und solche Lobbies stellen, verwöhnt von Fördergeldern, ganz unverfroren Forderungen an die Gemeinschaft, und selbst Mißerfolge oder Rückschläge möchten sie gerne auf die Gemeinschaftskasse abwälzen.
Das ist bei vollen Kassen denn auch einfacher, und die Vorstellung, daß so etwas mit den beschränkten Töpfen im Mutterland Österreich schwieriger wäre, weckt in den Herausholer- Kreisen geradezu Abneigung, da halten sie sich dann lieber wieder an den Stiefvater.

Die Unkultur der Herausholer (Südtirol und Umgebung)

Die Unkultur der Herausholer
ist aus der Überdosis entstanden, wobei verdrängt wird, daß es ja die Gemeinschaftskasse ist, auf die da zugegriffen wird.

Ein Verfall der Werte, der sich in allen Kulturen Europas zwischendurch eingenistet hat. Der soziale Egoismus wird von den Systemen gefördert: Da steht dem gnadenlosen Manchester-Liberalismus ohne jedes soziale Gewissen der totale Wohlfahrtsstaat gegenüber, der „Herausholer“ wird heimlich bewundert.

Die Vergesellschaftung durchdringt .. (Südtirol und Umgebung)

Die Vergesellschaftung durchdringt
den Wohnbau in starkem Maß, das Gesundheitswesen fast zur Gänze. Betriebsgründungen werden praktisch dem freien Wettbewerb entzogen, und Hotellerie, Gastgewerbe, Industrie und Handwerk, Landwirtschaft und letztlich sogar Dienstleister hängen am Förderungs-Tropf, den ihnen das Mutterland in diesem Maße nicht bieten könnte. Man will in Südtirol die Sicherheit offenbar lieber mit ein wenig Unfreiheit bezahlen.
Fördermittel im ständigen Tropf

Aber was im Anfang patriarchalische Fürsorge an Wohltat erzeugt hat, droht ins Gegenteil zu kippen: denn „Alles ist Medizin, und alles ist Gift, es ist nur eine Frage der Dosis“, jedenfalls so oder so ähnlich klingt es seit Paracelsus. Kapillare Machtstrukturen sind entstanden, die hin bis zur Ausgrenzung von Abweichlern gehen. Die Baukommissionen in den Dörfern fangen damit an, und die Landestrukturen belohnen Wohlverhalten mit wirtschaftlicher Unterstützung. Letzteres gibt es in allen Ländern, bestimmt auch in Österreich, aber die Dosis wird hierzulande kritisch.

Sozialisierung und Abhängigkeit (Südtirol und Umgebung)

Sozialisierung und Abhängigkeit
Der Ursprung war auch hier sehr positiv, die Absicht durch beste Strukturen Volkstum zu schützen und Wohlfahrt zu sichern, ist in Südtirol vorbildlich gelungen, keine Region Europas ist da ebenbürtig.

Im Mutterland Österreich ist die Wirtschaft aber freier und das Unternehmertum unabhängiger gewachsen. Soziale Geborgenheit ist auch dort gewachsen und bis hin zur Ausbeutung der Gesellschaft gewuchert, aber die geringeren verfügbaren Mittel haben der Sozialisierung engere Grenzen gesetzt. Im Gegensatz dazu haben die immer fetteren Haushalte der Landesverwaltung in Südtirol stärkere Abhängigkeiten erzeugt.

Nachbarschaftshilfe (Südtirol und Umgebung)

Nachbarschaftshilfe
hat immer gut funktioniert und sich in Notzeiten schon mehrfach bewährt. Jüngstes Beispiel ist die Katastrophenhilfe im Paznaun, wo Freiwillige Feuerwehren und andere Zivilschutzeinheiten aus Südtirol kräftig mitgeholfen haben, und wo man den Betroffenen auch finanziell unter die Arme gegriffen hat.

Das freiwillige Feuerwehrwesen in Tirol, und jenes von Österreich und Südtirol bei der Katastrophe eine in Tirol noch nie da gewesene Bewährungsprobe hervorragend bestanden. Nachbarschaftshilfe ist das beste Beispiel für die Stärkung der Identifikation.

Kulturbeziehungen (Südtirol und Umgebung)

Kulturbeziehungen
Die Universitäten, Rundfunk und Fernsehen sind noch etwas einseitig, aber allgemein ist die Beziehung glücklicherweise unbelastet. Der ORF hat einiges zur Kulturerhaltung geleistet, besonders wenn man sich z.B. mehr an Ö1 hält; es muß ja nicht immer nur Ö3 sein.

Theater, Film, Musik werden gegenseitig gezeigt oder mitunter gemeinsam produziert, Kleinkunst und Kabarett wird gegenseitig gerne gesehen
und sogar die Volkshochschulen tauschen sich aus.

Diese Verbindungen sind für das Selbstwertgefühl gut und eine Identifikationshilfe für die gemeinsamen Wurzeln.

Die neuen Betriebsgründer auf alten Werten (Südtirol / Österreich)

Die neuen Betriebsgründer auf alten Werten
In der Generation nach der Stillen Hilfe, und noch früher als bei den Studierenden, bahnt sich eine Wende in der Beziehung zum Mutterland an. Altösterreichische Werte des unpolitischen Beamtentums und der bürokratievermeidende Pragmatismus der Bezirksverwaltungen erleichtern Betriebsansiedlungen ungemein.

Unternehmen aus Südtirol, die aus der erdrückenden Umklammerung der allgegenwärtigen Landesverwaltung fliehen, sind im Mutterland oft rasch am Ziel und sehr erfolgreich.

Die gönnerhafte Mutter (Südtirol / Österreich)

Die gönnerhafte Mutter
Man kann jede wohlwollende Unterstützung bekommen, immer auch uneigennützig gemeint, aber niemand glaubt in Österreich ernsthaft an die Möglichkeit einer Synergie, an einen gegenseitigen Nutzen einer Zusammenarbeit. Kaum einer nimmt sich dort die Mühe, sich mit dem Innovationspotential des Landes Südtirol näher auseinanderzusetzen, dem Juniorpartner etwas zuzutrauen, was man vielleicht selbst noch gar nicht kennt oder kann.
Südtiroler Techniker zum Beispiel, die in Österreich studiert haben, haben die Autobahn im Land und darüber hinaus perfekt organisiert, wo es der Bürger am meisten spürt: sie haben die Baustellen optimiert. Trotzdem ist eine Know How Rückerstattung an Österreich offenbar nicht gefragt.
Dieses Erscheinungsbild ist das häufige Problem einer Mutter, die unbewußt die Selbständigkeit der Kinder nicht so schnell wahrhaben will.

Das Stille Hilfe –Syndrom (Südtirol / Österreich).

Das Stille Hilfe –Syndrom.
Die Stille Hilfe war eine großartige Sache und hat in den harten Zeiten viel Gutes bewirkt, hat aber dann später unerwünschte negative mentale Nachwirkungen erzeugt. Die Hilfe der Verwandten hat Südtirol ein wenig abhängig gemacht; aber noch schlechter als das: Die Helfer sind dem selbstgefälligen „Gutmensch“ –Gefühl erlegen, und die Nehmer haben eingesteckt, gute Miene gemacht und sich sogar Kindergärten in Tourismuszentren bezahlen lassen.

Gönnerhaftes, herablassendes Geben und Einstecken ohne Schamgefühl haben in der Vergangenheit auf den Gemütern beider Seiten bleibende Abdrücke hinterlassen.

Die Generation der Enkel (Südtirol / Österreich)

Die Generation der Enkel
hat eine Renaissance der alten Werte in einer neuen Welt eingeleitet. Studierende aus Südtirol, die wieder unverkrampft und mit Freude in Wien, Linz, Graz oder sonstwo leben: Junge Menschen, die anerkennend Studienaufenthalte auf Kosten österreichischer Universitäten bis hin in die USA genießen, und die auch gut über das wohlwollende (Groß-) Mutterland reden. Aber im Verhältnis zur Großmutter gibt eben keine pubertären Reibungsflächen.
Es wächst eine Generation von Zwanzig-/ dreißigjährigen, nach, die keine abfälligen Witze zur Hebung des Selbstbewußtseins nötig hat, sondern den Selbstwert  aus einer Einstellung ableitet, die anders -denkende, -fühlende, -gläubige, -sprechende bewußt wahrnimmt und respektiert.

Die Identifikation


Welchen nehmen wir denn?

Manche Tourismusgebiete sind vorwiegend von Italienern in Beschlag genommen worden, andere arbeiten noch immer fast ausschließlich mit deutschen Gästen. Das färbt natürlich auch auf die Beziehungen ab, und in einem Tal sogar auf die politischen Neigungen. Beim Sport zählt man gerne zu den Siegern, was in sich schon wechselhafte Zu- und Abneigungen hervorruft. Unter all den widersprüchlichen Beziehungskräften und –kreisen ist bei vielen Menschen ein Identitätsproblem entstanden. Nicht mehr so ganz Österreicher, noch weniger ganz Italiener, oder gar Deutscher? 
Das Kurzsichtige daran ist, daß man die Begriffe in oberflächlicher Art oft alternativ auslegt: Südtiroler – Tiroler – Österreicher – Deutscher sind keine entweder/ oder Kategorien. In meinen Augen sind es Teilmengen von immer größeren Zugehörigkeitskreisen, und jeder, dessen Horizont, nicht gleich am nächsten Berg ansteht wird es nicht bestreiten.

Die Insel der Seligen (Südtirol / Österreich)

Die Insel der Seligen
Die Natur begünstigt das Land und verwöhnt es geradezu. Die Menschen hüten das auch nach Kräften und pflegen Fluren und Siedlungen, meistens vorbildlich. Deshalb ist ja Südtirol die intensivste ländliche Tourismusregion Europas. „Also alles in Ordnung?“ So stellte es kürzlich ein italienischer Journalist fest.

„Sagen wir: ja. Wollte man an dem beliebten Weinort und vielleicht am gesamten südtiroler Raum eine sanfte Kritik anbringen, so ist es die, nicht vollständig das Glück zu nutzen, Österreicher zu sein, und gleichzeitig mit vollen Händen aus der italienischen Kultur zu schöpfen“.


Das Beste aus den sich überlagernden Kulturen aufzunehmen ist ein unbestrittener Vorteil, den ich auch als zugereister Südtiroler schätze, ohne auf die eigenen Wurzeln verzichten zu müssen.

Ausnützen und Gewissen (Südtirol / Österreich)

Ausnützen und Gewissen
Eine Gleichbehandlung der südtiroler Studenten bei der Krankenversorgung, den Freifahrten und sogar bei bezahlten Studienaufenthalten im Ausland war für Österreich selbstverständlich.
Diese Kombination hat wahrscheinlich auf das Gewissen gedrückt und so hat man das dann mit Österreicherwitzen versucht zu überspielen. Ein weiteres Problem der Zwischengeneration der Vierzigjährigen, und nicht nur der in Südtirol, war der zunehmende Werteverlust. Alte Werte sind unter die Räder des Opportunismus geraten, „gut ist, was mir nützt“ war der karge Rest der Wertungen.

Sympathien und der Drang zur Abnabelung. (Südtirol / Österreich)

Sympathien und der Drang zur Abnabelung.
Es gibt so etwas wie eine vorbehaltslose Sympathie des Mutterlandes zur Minderheit außerhalb der Staatsgrenze; die Wiener lieben die Tiroler, mindestens genauso, wie es auch die Deutschen tun. Umgekehrt wird es hie und drüben schon problematischer. Da schwingt vielleicht manchmal auch etwas davon auf Südtirol durch.
Es liegt ein großer Zwiespalt in den Anstrengungen, sich aus einer Abhängigkeit zu befreien. Die gefühlsgeladenen Auseinandersetzungen sind Teil der Reifung, Teil des Loslassens der Mutter und des Sich - Loslösens von der Mutter. So ist es manchen Südtirolern in ihrem Verhältnis zum Mutterland Österreich ergangen.

Generation der Sechzigjährigen, (Südtirol / Österreich)

Die ältere Generation der Sechzigjährigen, die in Wien, Innsbruck oder Graz studiert hat, war froh und dankbar für die Gleichstellung mit den Staatsbürgern, hat das auch gezeigt und hat die Vorteile respektvoll genutzt.


Doch die Zwischengeneration der Pubertät war etwas problematisch. Aber das ist Teil des Lebens: Die Jungen wollen sich abnabeln, weil sie die Fürsorge der (des) Mutter (-landes) als erdrückend empfinden und lieber alles nach dem eigenen Kopf gestalten; legitim, auch wenn es blaue Flecken gibt.

Und manch einer, der vor mehreren Jahren in Österreich studiert hat, hat dort, um interessanter zu wirken, gelegentlich den Italiener „heraushängen“ lassen, gleichzeitig aber alle Begünstigungen genossen, die das Mutterland den Studenten aus Südtirol seit eh und je und bis heute ohne jeden Aufhebens zugesteht:

Die politischen Enkel (Südtirol / Österreich)

Die politischen Enkel
leben jetzt in einem entspannten Verhältnis zueinender. Ein bestimmter Sinn und ein Interesse am Gemeinwohl keimen wieder auf:
Ein guter Nährboden für die Idee Charle De Gaulls vom „Europa der Regionen“ und eine Renaissance der kleinen Schritte in diese Richtung, wie die Alpen- Adria –Initiative.

Verläßlichkeit über Generationen (Südtirol / Österreich)


Verläßlichkeit über Generationen
Südtirol konnte sich immer auf die Berechenbarkeit verlassen, und kann sich letztens wieder besser auf die österreichische Politik stützen, auch wenn man dort auf gute nachbarliche Beziehung zu allen angrenzenden Staaten gleichermaßen bedacht sein muß und nicht immer gleich vorprellen kann: was man von einem Nachbarn Italien verlangt, muß man dem anderen, wie Slowenien und Kroatien, zugestehen können.
Es ist für mich wichtig, daß man diese Verläßlichkeit über die Generationen hinweg spüren kann. Diese langfristige Sicherheit bieten die italienischen Polit- Verbündeten noch lange nicht, auch wenn sie zur Zeit guten Willens sind. Da ist man beim Mutterland, unabhängig von der gerade regierenden Partei, mit Bestimmtheit besser aufgehoben.

Hinwendung zum konservativen Bayern (Südtirol und Umgebeung)

Die Bayrische Königsidylle
Die Folge war eine Hinwendung zum konservativen Bayern mit seiner mächtigen Hauptstadt München und dem allmächtigen Landesfürsten, wo man Verbündete gesucht hat.


Bezeichnend sind Andreas- Hofer- Feiern mit bayerischer Assistenz, historisch gesehen zumindest erstaunlich, eingedenk des Einfalls der mit den Franzosen verbündeten Bayern.
Wohlwollen und Touristenzustrom hat man letztlich in Bayern schon erreicht, historisches Verständnis weniger, beherzten politischen Schutz jedoch kaum. Und die emotionale Verbindung mit dem Mutterland Österreich ist gleichzeitig dünner geworden.

die Umkehr nach der Ausgrenzung (Südtirol / Österreich)


Der politische Wandel und die Umkehr nach der Ausgrenzung
Der Anstoß dafür war eine neue konservativ-christliche und freiheitliche Regierungsbildung in Wien. Gegen diese Koalition haben sich einige der EU-Regierungen, überwiegend sozialistisch- opportunistische Abkömmlinge, in beispielloser Selbstgefälligkeit mit einer informalen Ausgrenzung gestellt.


Beherzt, uneigennützig und ohne diplomatische Vorbehalte hat sich Südtirols Vertreter einer solchen Einmischung in die Souveränität einer demokratisch legitimierten Regierung widersetzt. Und das Ergebnis war ein Erfolg auf mehreren Linien.
Die „sozio- opportunistischen Regierungen“ wurden abgewählt; die österreichische Regierung rundum, auch moralisch anerkannt. Somit ist neues Vertrauen zwischen Südtirol und der politischen Führung im Mutterland entstanden.

Der Niedergang der positiven Gefühle (Südtirol / Österreich)

Der Niedergang der positiven Gefühle bei den politischen Kindern.
Auslöser war der Niedergang der Sozialdemokratie in Österreich nach Kreisky
und deren Wandlung von einer idealistischen
zu einer Partei der Opportunisten. In Südtirol hat man sich wohl mehr von Wien abgewandt, weil man sich vielleicht sogar einer solchen sozialistischen Mutter etwas geschämt hat.

frei von der irreführenden Romantik des 19. Jahrhunderts (Südtirol und Umgebeung)

Veränderung als Ausweg,
so lehrt mich das Geschehen in Grenzländern, liegt in einem selbstbewußten Volkstum, frei von der irreführenden Romantik des 19. Jahrhunderts, in der Berührung der Kulturen.
Und es liegt in der Begegnung mit dem Mutterland ohne Wertungen, im Sich- Vergegenwärtigen der Wurzeln unserer 3000 Jahre alten europäischen Kulturgeschichte und des Jahrtausends Gemeinschaft in einer Herzregion Mitteleuropas.

Unsere Sache ist gerecht. (Südtirol / Österreich)

Unsere Sache ist gerecht.
So wurde es im Vorfeld der UNO- Resolution von den Gründervätern der Selbstverwaltung bezeichnet. Das „los von Trient“ war aus der erdrückenden Umklammerung zu verstehen, nicht als Ablehnung der Nachbarn. Und dazu gab es ein interessantes und erfolgreiches Bündnis zwischen dem Alt-Sozialdemokraten Kreisky und dem christlich- konservativen Wallnöfer einerseits, sowie dem Vater der Südtiroler Eigenverwaltung Magnago: mit aller gegenseitigen Wertschätzung aus der Südtiroler Sicht der älteren Generationen und selbstverständlich auch aus der des Mutterlandes.

Übergreifende Kulturen in einem gemeinsamen Vaterland. (Südtirol / Österreich)

Übergreifende Kulturen in einem gemeinsamen Vaterland.
Die kindheitliche Prägung und die folgenden Erziehungsjahre sind für mich von altösterreichischer Grundhaltung zu einer Gemeinschaft mehrerer Völker in einem größeren kulturellen Raum gekennzeichnet: böhmischer Löwe und österreichischer Adler hatten Jahrhunderte Konfliktbewältigung hinter sich.
Über ein Jahrtausend hinweg ist in Symbiose und wechselseitiger Ergänzung dennoch eine bemerkenswerte übergreifende Kultur entstanden. Übergreifend im positiven Sinn, aber auch Übergriffe in der schlimmen Form ihrer Bedeutung sind passiert: Beinahe wäre die symbiotische Kultur im Ersten, und dann später nochmals nach dem Zweiten Weltkrieg, den national– romantisierenden Fundamentalisten beider Seiten zum Opfer gefallen.

Südtirol: Grenzland und Affinitäten im Volkstumsbewußtsein (Südtirol / Österreich)

Grenzland und Affinitäten im Volkstumsbewußtsein.
Was für mich Grenzland bedeutet:
Geboren bin ich in Heidenreichstein, im niederösterreichischen Waldviertel: Ein stilles, lange Zeit durch Sowjet-Besatzung und eisernen Vorhang abgeschiedenes Land an der Grenze zu Böhmen; ein altes Grenzland im Berührungspunkt zweier sprachlicher, aber durch gemeinsame Geschichte verbundener Kulturen.


Die frühe Kindheit habe ich am großväterlichen Bauernhof verbracht, und bin dort schon zum größeren Verständnis für das eigene Volkstum einerseits und für anderssprachige Nachbarn andererseits erzogen worden. Deshalb sehe ich mich im Besitz von Voraussetzungen, mir zum Land Südtirol Gedanken zu machen.

Übergreifende Kulturen in einem gemeinsamen Vaterland.
Die kindheitliche Prägung und die folgenden Erziehungsjahre sind für mich von altösterreichischer Grundhaltung zu einer Gemeinschaft mehrerer Völker in einem größeren kulturellen Raum gekennzeichnet: böhmischer Löwe und österreichischer Adler hatten Jahrhunderte Konfliktbewältigung hinter sich.
Über ein Jahrtausend hinweg ist in Symbiose und wechselseitiger Ergänzung dennoch eine bemerkenswerte übergreifende Kultur entstanden. Übergreifend im positiven Sinn, aber auch Übergriffe in der schlimmen Form ihrer Bedeutung sind passiert: Beinahe wäre die symbiotische Kultur im Ersten, und dann später nochmals nach dem Zweiten Weltkrieg, den national– romantisierenden Fundamentalisten beider Seiten zum Opfer gefallen.

Die Affinität meiner Herkunft zu Südtirol
ist allein schon aus der Beschreibung zu erkennen. Das Land Südtirol ist in der glücklichen Lage, nicht so wie andere altösterreichische Minderheiten behandelt worden zu sein, der Vertreibung und Ausrottung gerade noch entkommen. Man mußte zwar oft abwertende Behandlung und manchmal auch Verfolgung ertragen, aber das nur durch Einzelne, die dem Besatzer– und Herrenmenschen– Wahn erlegen sind.

Veränderung als Ausweg,
so lehrt mich das Geschehen in Grenzländern, liegt in einem selbstbewußten Volkstum, frei von der irreführenden Romantik des 19. Jahrhunderts, in der Berührung der Kulturen. Und es liegt in der Begegnung mit dem Mutterland ohne Wertungen, im Sich- Vergegenwärtigen der Wurzeln unserer 4000 Jahre alten europäischen Kulturgeschichte und des Jahrtausends Gemeinschaft in einer Herzregion Mitteleuropas.