Grenzland und Affinitäten im Volkstumsbewußtsein.
Geboren bin ich in Heidenreichstein, im niederösterreichischen Waldviertel: Ein stilles, lange Zeit durch Sowjet-Besatzung und eisernen Vorhang abgeschiedenes Land an der Grenze zu Böhmen; ein altes Grenzland im Berührungspunkt zweier sprachlicher, aber durch gemeinsame Geschichte verbundener Kulturen.
Die frühe Kindheit habe ich am großväterlichen Bauernhof verbracht, und bin dort schon zum größeren Verständnis für das eigene Volkstum einerseits und für anderssprachige Nachbarn andererseits erzogen worden. Deshalb sehe ich mich im Besitz von Voraussetzungen, mir zum Land Südtirol Gedanken zu machen.
Die frühe Kindheit habe ich am großväterlichen Bauernhof verbracht, und bin dort schon zum größeren Verständnis für das eigene Volkstum einerseits und für anderssprachige Nachbarn andererseits erzogen worden. Deshalb sehe ich mich im Besitz von Voraussetzungen, mir zum Land Südtirol Gedanken zu machen.
Die kindheitliche Prägung und die folgenden Erziehungsjahre sind für mich von altösterreichischer Grundhaltung zu einer Gemeinschaft mehrerer Völker in einem größeren kulturellen Raum gekennzeichnet: böhmischer Löwe und österreichischer Adler hatten Jahrhunderte Konfliktbewältigung hinter sich.
Über ein Jahrtausend hinweg ist in Symbiose und wechselseitiger Ergänzung dennoch eine bemerkenswerte übergreifende Kultur entstanden. Übergreifend im positiven Sinn, aber auch Übergriffe in der schlimmen Form ihrer Bedeutung sind passiert: Beinahe wäre die symbiotische Kultur im Ersten, und dann später nochmals nach dem Zweiten Weltkrieg, den national– romantisierenden Fundamentalisten beider Seiten zum Opfer gefallen.
ist allein schon aus der Beschreibung zu erkennen. Das Land Südtirol ist in der glücklichen Lage, nicht so wie andere altösterreichische Minderheiten behandelt worden zu sein, der Vertreibung und Ausrottung gerade noch entkommen. Man mußte zwar oft abwertende Behandlung und manchmal auch Verfolgung ertragen, aber das nur durch Einzelne, die dem Besatzer– und Herrenmenschen– Wahn erlegen sind.
so lehrt mich das Geschehen in Grenzländern, liegt in einem selbstbewußten Volkstum, frei von der irreführenden Romantik des 19. Jahrhunderts, in der Berührung der Kulturen. Und es liegt in der Begegnung mit dem Mutterland ohne Wertungen, im Sich- Vergegenwärtigen der Wurzeln unserer 4000 Jahre alten europäischen Kulturgeschichte und des Jahrtausends Gemeinschaft in einer Herzregion Mitteleuropas.





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