Mittwoch, 1. Juni 2011

Europa steht an der Kippe

Ein neuer Nationalismus lebt auf und als Alternative dagegen steht allein Europa zur Wahl. Ob wohl ein Kontinent den vielfältigen Sehnsüchten, Ansprüchen, Hoffnungen und Ideen, die alle irgendwo kulturell verwurzelt sind, Heimat und Identität geben kann? Die Region im geeinten Europa gibt diese emotionale Geborgenheit.
Die EU war nie eine bloße Wirtschaftsgemeinschaft. Sie ging nach zwei verheerenden Weltkriegen, die zu größten Menschheitsverbrechen geführt haben von einer Idee aus: die verfeindeten Nationen nachhaltig auszusöhnen.
Sie sollte die Wirtschaft der Nationalstaaten so verflechten, daß ein System wechselseitiger Abhängigkeiten, eine Partnerschaft gemeinsamer Interessen, die nationalen gemeingefährlichen Irrwege verunmöglicht.
Das Problem war der Nationalismus des 19. Jahrhunderts, und der kann nur an der Wurzel besiegt werden, das heißt letztlich durch die Auflösung der Nationalstaaten.
Im Grunde ist die Lösung schon im EU-Verfassungsvertrag in der Formulierung „Europa der Regionen“ festgeschrieben. Die Regionen sind der Reichtum dieses Kontinents, die Nationen aber sind historisch verbrauchte Identitätsfantasien.
Die Harmonie in einer überschaubaren Region ist vom Lebensraum geprägt und oft sogar von der Sprache unabhängig (siehe “senza confini“ : Friaul-Kärnten-Slovenien) .
Aber auch ganz besonders die überwiegend vorbildliche Verwaltung der autonomen Provinz Südtirol könnte ein Modell für künftige 100 Europaregionen werden. Auf die Nationalstaaten und ihren Zentrismus und auf deren Exponenten an den Futtertrögen der Hauptstädte können wir dann verzichten.

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